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Partnervermittlung: “Harmoniesumpf” vermeiden

Bei Partnervermittlungen im Internet besteht die Gefahr monotoner Beziehungen. Darauf hat die Psychologin und Paarberaterin Lisa Fischbach im Interview mit Partnersuche.org hingewiesen. Wenn der Algorithmus Singles verkuppelt, die zu ähnlich sind, entstehe in der Beziehung ein “Harmoniesumpf”, der “erdrückend und einschläfernd” wirke – besonders auf das Sexleben von Paaren.

Frau Fischbach, sind Beziehungen, die im Internet beginnen eigentlich anders?

Nein. Aber der Prozess ist anders: Beim normalen Kennenlernen hat man erst das Äußere und geht dann beim weiteren Kennenlernen nach Innen, im Web hingegen geht man von innen nach außen.

Die Herangehensweise im Internet ist ja so: man weiß schon sehr viel über den Charakter des anderen. Die ganzen körperlichen Faktoren werden dann beim ersten realen Treffen nachgeholt. Dadurch wird durch die Partnervermittlung im Internet mehr Wert auf langfristige Aspekte gelegt.

Gibt es ein bestimmtes Problem, dass bei Online geschlossenen Beziehungen häufiger vorkommt?

Da ist noch keines bekannt. Im Moment laufen größere psychologische Forschungsprojekte, da werden wir sicherlich in den nächsten Jahren noch einiges darüber lernen.

Warum ziehen sich eigentlich Gegensätze an?

Gegensätzliche Menschen finden einander meist sehr spannend, das Andere ist oft sehr prickelnd. Aber gegensätzliche Menschen sind nicht unbedingt die passenden Partner. Dieser Prickel des Gegensatzes ist eine kurzfristige Wirkung, die nicht unbedingt langfristig trägt – das wird aber meist erst nach einiger Zeit deutlich. Dann verlangen Gegensätze viel Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit oder eine sehr große Portion Toleranz. Partnervermittlungen greifen diesem Problem voraus, weil hier die Irreführung durch kurzfristig anziehende Faktoren entfällt.

Partnervermittlungen bringen ja Menschen zusammen, die wenig Reibungspunkte miteinander haben und leicht miteinander kommunizieren. Sind aber nicht gerade Streit und Zoff, die man zusammen durchgestanden hat, eine Investition in die Beziehung, ein dauerhafter Schatz?

Nein, das ist nicht ganz richtig. Niemand mag es, sich ständig über alles streiten zu müssen, weil man grundverschieden ist. Auseinandersetzungen über Elementares werden nicht als positiv erlebt. Am Anfang ist eine Grundharmonie und ein gegenseitiges Verständnis wichtig, um sich geliebt zu fühlen.

Aber: das Ziel ist es auch nicht, deckungsgleiche Seelenzwillinge zu vermitteln. Sonst landet man im Harmoniesumpf und das wirkt irgendwann erdrückend und einschläfernd – besonders auf das Sexleben des Paares. Für viele Menschen ist zwar Harmonie wichtig – aber es muss genug Spannung da sein, damit man auch noch Spaß im Bett hat.

Wie gehen Sie denn mit diesem Problem von Ähnlichkeit versus Gegensätzlichkeit bei ElitePartner um?

Bei ElitePartner verfolgen wir beide Prinzipien: Im Bereich der Werte, Interessen, Bildung, Motivation steht die Wahl nach dem Ähnlichkeitsprinzip im Vordergrund.

Auf der Persönlichkeitsebene im Bereich der typischen Konfliktfelder hingegen geht es nach  dem Prinzip des gesunden Abstandes. Das sind Konfliktfelder wie Nähe- Distanz oder Anpassung – Unterordnung.  In diesen Gebieten sollen unsere Partnervorschläge nicht deckungsgleich sein, aber auch nicht so extrem konträr, sonst kommt es zu Missverständnissen und Abwertung. Insgesamt schlagen wir also Singles vor, die zwar viel Übereinstimmung haben – aber immer auch einige Unähnlichkeiten.