Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Bildung sich nur auf deren eigene Lebenserwartung auswirkt, nicht jedoch auf die Gesundheit ihrer Partnerin. Frauen hingegen beeinflussen ihre eigene Lebensdauer und die ihres Partners nicht nur durch den eigenen Bildungsstand, sondern auch durch die soziale Position: wessen Frau gesellschaftlich höher steht, der lebt länger.
Grundlage der Studie waren die demographischen Daten des Schwedischen Statistikamtes über Todesursachen. In den Detailuntersuchungen fanden die Forscher heraus, dass Bildung und sozialer Status des Partners unterschiedlich starke Auswirkungen auf verschiedene Todesursachen hat. So senkt eine Frau mit hoher Bildung besonders stark die Wahrscheinlichkeit für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei sich und ihrem Partner.
Für deutsche Männer auf Partnersuche dürfte dieses Ergebnis gelegen kommen: gemäß einer Umfrage der Partnervermittlung Parship unter mehr als 1000 deutschen Singles achten 71 Prozent der Männer bei ihrer Partnerwahl ohnehin auf die Intelligenz der Frauen. Weibliche Singles sind noch kritischer: 80 Prozent gaben an, einen Mann mit schlauem Kopf zu suchen - auch wenn die Stockholmer Studie ihnen Hoffnungen auf eine längere Lebenserwartung zerschlägt.
Auch eine bereits ältere Erkenntnis wurde bei der Untersuchung erweitert: so ist schon lange bekannt, dass Menschen in Ehe oder in einer dauerhaften Beziehung länger leben. Die Stockholmer Studie konnte diese Wirkung auch für Menschen in einfachen Wohngemeinschaften nachweisen, wenn auch in geringerem Ausmaß.
Die Stockholmer Studie von Robert Errikson und Jenny Torssander ist in diesem Monat unter dem Titel "Marital partner and mortality: The effects of the social positions of both spouses." ("Familienstand und Ehepartner: die Auswirkungen von Sozialer Stellung auf beide Lebensgefährten") in zusammengefasster Form in der Zeitschrift "Journal of Epidemiology and Community Health" erschienen.