- Frauen/Männer:49% zu 51%
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- Zielgruppe:Jugendliche
Friendscout jammert: Liebe wird kommerzialisiert
Der Verein der Kussfreunde e.V. hat die Kommerzialisierung der Liebe beklagt. Grotesk: der Verein scheint ein verlängerter Arm von Friendscout24 zu sein. Mit geschicktem Guerilla-Marketing gewinnt Friendscout24 so leichter Aufmerksamkeit in der Presse.
Von außen sieht alles nach braver deutsche Vereinskultur aus. Der Verein Kussfreunde e.V. aus dem oberbayrischen Farchau hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Deutschen wieder zum Küssen zu motivieren. Eine Umfrage von TNS Infratest hatte nämlich ergeben, dass Deutschland im europaweiten Vergleich beim Küssen den letzten Platz belegt – das wollten die Kussfreunde ändern.
Reichlich Schmalz wird dafür aufgetragen: es ist der rührende Aufstand der großen Gefühle gegen das kalte Geld. Die “Blumen- Parfüm- und Süßwarenindustrie” müssten zurücktreten hinter die wahren Motiven wie “Liebe und Zuneigung”, forderte Vereinsvorsitzender Marco Wanke. Ziel seines Vereines sei es, die Deutschen wieder zum Küssen zu motivieren. Für ihre Aktionen gibt es viel Aufmerksamkeit von der Presse: Kuss-Wettbewerbe, öffentliche Aufführungen, städtische Kussboxen (Partnersuche.org berichtete).
Doch während Blumen- & Parfümindustrie zurücktreten sollen, darf eine andere Industrie in den Vordergrund rücken: die Partnerbörsen. Denn der Verein scheint eine geschickt ausgekoppelte Marketing-Truppe der millionenschweren Singlebörse Friendscout24 zu sein. Nicht nur, dass die europaweite Umfrage, die Anlass zur Gründung der Kussfreunde war, von Friendscout24 in Auftrag gegeben wurde, auch andere Spuren führen in das Tochter-Unternehmen des Münchener Scout-Konzerns.
Der Auftritt der Kussfreunde im Internet zum Beispiel wird von der Werbeagentur Sassenbach GmbH dirigiert. Zu deren Kunden gehört zufällig auch Friendscout24. Die Marketing-Direktorin von Friendscout24, Tanja Biller, gilt als ausgesprochene Freundin von Guerilla-Marketing. Kein Wunder, dass sie persönlichen Kontakt hat zu dem Vereinsvorsitzenden der Kussfreunde, Marko Wanke. Der hat übrigens auch ein Leben neben seinem Vereinsvorsitz: er ist Geschäftsführer einer Event-Agentur. Wenn das mal nicht nach viel Kommerz in der Liebe riecht.




